Sammlungen

Neben der Literatur über das Land können wir nur für folgende Sondersammlungen spezialisierte Literatur erwerben. Ihr Besuch dort sollte mit den auf unserer Website zu findenden Hilfsmitteln vorbereitet sein. Bestellen Sie vorher die Sie interessierenden Objekte. Gerne helfen Ihnen die dort angeführten Spezialisten. Melden Sie sich bei ihnen vor Ihrem Besuch an, damit die Materialien im Sonderlesesaal bereitgelegt werden.

Bestellungen

Der Sonderlesesaal ist von Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Damit Sie ihn nutzen können, ist eine vorherige bestätigte Buchung nötig. 

Bitte nehmen Sie rechtzeitig Kontakt mit der jeweiligen Sammlung auf, um Ihre Materialien zu bestellen. Die Bereitstellung kann 2 bis 5 Arbeitstage dauern.

Hinweise

  • Nicht alle Sonderbestände sind imWLB-Katalog  nachgewiesen. Gegebenenfalls helfen Ihnen ergänzende Spezialkataloge der Sammlungen weiter.
  • Zur Bestellung der Bestände benötigen Sie einen gültigen Bibliotheksausweis. Bei der Nutzung von Handschriften und frühesten Drucken (Inkunabeln) müssen Sie sich bei der Anmeldung im Sonderlesesaal außerdem mit Ihrem Personalausweis oder Reisepass ausweisen.
  • Für nicht über den Katalog bestellbare Medien wenden Sie sich bitte direkt an die jeweilige Sondersammlung.
  • Wegen der beschränkten Rücklagemöglichkeiten sollten größere Bestellungen in Rücksprache mit der jeweiligen Sammlung erfolgen.
  • Nach einer Woche werden nicht benutzte Bände wieder ins Magazin gebracht.
  • Drucke, von denen bereits ein Digitalisat, Faksimile, Mikrofilm, Mikrofiche oder eine sonstige Schutzkopie vorliegt, werden nur in begründeten Ausnahmefällen im Original ausgegeben.
  • Um die Beschädigung von Werken zu vermeiden, ist im Sonderlesesaal nur die Verwendung von Bleistiften zugelassen.

Katalog

Der allgemeine Katalog der WLB weist viele Bestände der Sondersammlungen mit Angaben zu Signatur, Standort und Bestellbarkeit nach. Weitere Hinweise zur Recherche finden Sie in den Seiten der einzelnen Sondersammlungen.

Benutzung im Sonderlesesaal: Terminanfrage

Bevor Sie einen Termin beantragen, bestellen Sie bitte im Katalog nachgewiesene benötigte Medien selbstständig über das Ausleihsystem. Für nicht über den Katalog bestellbare Medien wenden Sie sich bitte direkt an die jeweilige Sondersammlung.

(*) Eingabe erforderlich
(**) Für die Bereitstellung der Materialien können 2 bis 5 Arbeitstage notwendig sein. Bitte vereinbaren Sie den Termin daher mit entsprechendem Vorlauf. Um möglichst vielen Personen Zugang zu Sonderlesesaalbeständen zu ermöglichen, bitten wir um Ihr Verständnis, wenn wir die Nutzungszeit im Sonderlesesaal bei gehäuften Anfragen gegebenenfalls beschränken müssen.

Es besteht ein umfangreiches Angebot an Fachliteratur zur Geschichte des gedruckten Buches bzw. zur Handschriftenkunde, einschließlich Handschriftenkatalogen. Diese Nachschlagewerke sind als Präsenzbestand großenteils im Neubau unter AM und AN, zu einem kleineren Teil im Sonderlesesaal zu finden. Der Präsenzbestand wird dort durch ausleihbare neuere Fachbücher ergänzt.

Nachschlagewerke und Fachliteratur zur Sammlung Musik und Theater stehen im Neubau unter LD und LP–LS zur Musik, zum Bereich Theater unter AP 60000–AP 79900 und zu Tanz und Ballett unter AP 80000–AP 88460.

Bestellungen

Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich Reproduktionen aus den Beständen der Bibliothek anfertigen. Aufträge zu privaten Bänden sind nicht möglich. Ihre Anfrage richten Sie bitte an die jeweils angegebene Annahmestelle für Bestellungen.

Preise und Informationen finden Sie in unserem Produktkatalog.

Allgemeine Informationen

Als erste Bibliothek in Baden-Württemberg hat die Württembergische Landesbibliothek von Juni 2016 bis September 2019 einen Teil ihrer Bestände systematisch nach NS-Raubgut durchsucht. Das Projekt wurde zu gleichen Teilen finanziell gefördert von der Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

NS-Raubgutforschung in Bibliotheken

Neben Kunstwerken wurden in der Zeit des Nationalsozialismus auch massenhaft Bücher geraubt, beschlagnahmt oder zwangsverkauft. Zahlreiche dieser Bücher sind von staatlichen Stellen, wie zum Beispiel der Gestapo, durch die so genannte „Reichstauschstelle“, als Geschenke in Bibliotheken gelangt – oder über den antiquarischen Buchhandel.

Die Besitzer der Bücher, sowohl Privatpersonen als auch Organisationen, wurden aus verschiedenen Gründen während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt. Hinweise auf diese Vorbesitzer lassen sich entweder aus Zugangsbüchern der Bibliotheken oder aus Besitzmerkmalen in den Büchern gewinnen. 

Es kann auch Hinweise auf NS-Organisationen geben, die am organisierten Bücherraub beteiligt waren und von ihm profitiert haben. Zum Beispiel die zahlreichen Unterorganisationen der NSDAP, neu gegründete NS-Forschungsinstitute oder die Gestapo.

Bis heute kann sich in den Magazinen vieler Bibliotheken noch NS-Raubgut verbergen, sogar in Bibliotheken, die erst nach 1945 gegründet wurden. Prinzipiell kann jedes vor 1945 erschienene Buch aus Raubgut-Beständen stammen.

Mit der Washingtoner Erklärung von 1998 und der Gemeinsamen Erklärung von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden von 1999 wurden die öffentlichen Einrichtungen in Deutschland, auch Bibliotheken, aufgefordert, in ihrem Besitz befindliches NS-Raubgut zu ermitteln und an die rechtmäßigen Eigentümer zurückzugeben: Bestände müssen durchsucht, Funde dokumentiert – und – wenn immer es möglich ist – geraubte Bücher an die Opfer oder deren Erben zurückgegeben werden.

Zahlreiche Bibliotheken in Deutschland und Österreich haben schon derartige Projekte zur Suche nach NS-Raubgut in ihren Beständen durchgeführt, u.a. die 

NS-Raubgut-Projekt der WLB (2016–2019)

Bei einem Luftangriff im September 1944 wurden sowohl das Gebäude der Württembergischen Landesbibliothek als auch die nicht ausgelagerte neuere Literatur der WLB weitgehend zerstört – darunter wohl auch NS-Raubgut.

Die WLB beschränkte ihr Projekt zur Suche nach NS-Raubgut daher auf die von 1944 bis ca. 1960 antiquarisch wiederbeschafften Bestände, die systematisch nach Hinweisen auf Vorbesitzer (so genannte Provenienzmerkmale) durchsucht wurden. Insgesamt wurden in den drei Jahren Projektlaufzeit ca. 100.000 Bände bearbeitet, verdächtige Fälle wurden in einer internen Datenbank, im Bibliothekskatalog, im Provenienz-Wiki des Gemeinsamen Bibliotheksverbunds und in der Lost-Art-Datenbank verzeichnet. Breiten Raum nahmen die Recherchen nach Vorbesitzerinnen und Vorbesitzern sowie nach Erbinnen und Erben ein. In der internen Datenbank wurden ca. 10.000 Bände mit Provenienzmerkmalen verzeichnet, davon ließen sich ca. 1.800 Bände dem Verdacht auf NS-Raubgut zuordnen.

Publikationen

Nüchter, Maria/Pust, Hans-Christian: Die Suche nach NS-Raubgut in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart – ein Zwischenbericht, in: Bibliotheksdienst, Jg. 52, Heft 2, 2018, S. 120–137.

NS-Raubgut-Funde und eine erste Restitution an der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart, Vortrag beim 7. Bibliothekskongress „Bibliotheken verändern“, Leipzig, 20.03.2019 (Zusammenfassung und Präsentationsfolien).

Funde

Hier finden Sie einekleine Auswahl an Personen und Institutionen, aus deren Besitz Bücher gefunden wurden. Zu den Personen zählen NS-Verfolgte aus ganz Deutschland, darunter mehrere Buchhändler, Ehepaare mit einem gemeinsamen Exlibris sowie Sammler.

Unter den Institutionen sind sowohl NS-Institutionen, die aktiv am Bücherraub beteiligt waren, als auch durch Zwang aufgelöste Institutionen.

Restitutionen

Ziel des Projekts zur Suche nach NS-Raubgut an der Württembergischen Landesbibliothek ist die Rückgabe der Bücher, die höchstwahrscheinlich unrechtmäßig in den Besitz der Bibliothek gelangt sind, an die jeweiligen Erben.

Die Suche nach Erben gestaltet sich teilweise sehr aufwändig. Häufig sind auch überhaupt keine Erben mehr zu ermitteln. Es kommt auch vor, dass Erben die angebotenen Bücher nicht zurück haben möchten und die Bücher im Bestand der Bibliothek belassen werden sollen.

Seit 2018 an der Württembergischen Landesbibliothekerfolgte Restitutionen.

Kontakt

Weiterführende Informationen zu den Beständen der Sondersammlungen finden Sie in unserem WLB-Wiki. Dort werden z.B. Teilsammlungen beschrieben und komplexe Rechercheoptionen erläutert. 

Enthalten sind zudem Erläuterungen zum Buchpatenschaftsprogramm, zu den Regionalbibliographien sowie zu einzelnen Wissenschaftsfächern. 

Die Bestandserhaltung ist für alle Sammlungen zuständig. Sie ist verantwortlich für archivgerechte Lagerungs- und Nutzungsbedingungen des zu bewahrenden Kulturguts sowie für die Erkennung und Versorgung entstandener Schäden.

Die Bestandserhaltung gliedert sich im Wesentlichen in zwei große Teilbereiche: die Präventive Konservierung und die Restaurierung. 

Die Präventive Konservierung ergreift u.a. in den Bereichen Klima und Licht bzw. Lagerung Maßnahmen, um die Bestände zu schützen. Dazu gehören auch die Bekämpfung von Schädlingen sowie das Notfallmanagement. Bei Ausstellungen gilt es, eine Balance zwischen erfolgreicher Inhaltsvermittlung und Bestandsschutz herzustellen.

Die Restaurierung behebt z.B. mechanische Schäden wie Risse im Papier. Hinzukommen etwa Schäden durch Tintenfraß und übersäuertes Papier.

Angesichts begrenzter finanzieller Ressourcen sind Spenden von Personen hochwillkommen, die zum Erhalt von Kulturgut beitragen wollen. Dies wird durch dasBuchpatenschaftsprogramm ermöglicht.

Zu den zu bewahrenden Objekten zählt ein breites Spektrum: z.B. Bücher verschiedensten Alters, unterschiedlicher Art und Materialität, Loseblattsammlungen, großformatige Karten und Pläne, Grafiken sowie Kunst auf Papier.

Kontakt

Bestandserhaltung Gruppenleitung

Stellvertretung

Tel.: +49 711 13798-514

Bestandserhaltung

Allgemeine Anfragen

Allgemeine Informationen

Mit unseren Digitalen Sammlungen verfolgen wir das Ziel, wertvolle Handschriften und Druckschriften sowie seltene Materialien ressourcenschonend zur weltweiten Nutzung für die Wissenschaft, für die Forschung und für die breite Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Digitalisierung und Präsentation erfolgen nach den derzeit gültigen Standards.

Digitalisierungszentrum

Technik

Die Digitalisierung erfolgt im Digitalisierungszentrum. In Kooperation mit der Bestandserhaltung werden je nach Medium, Material und konservatorischem Zustand verschiedene Techniken zur schonenden Digitalisierung der Werke angewendet.

Zur berührungslosen Aufnahme speziell von Handschriften und empfindlichen Druckwerken verfügen wir sowohl über einen „Grazer Buchtisch“ als auch über einen „Traveller‘s Conservation Copy Stand“. Zum Digitalisierungszentrum gehören auch ein Großformat-Zeilenscanner bis DIN A0 und ein semi-automatischer Buchscanner bis DIN A1, der ein gleichzeitiges Scannen beider Buchseiten mit einem Öffnungswinkel von 140° möglich macht. Ergänzt wird die Ausstattung durch eine Scan-Station, die Grafiken, Bilder, Fotos, Bücher, Akten, Archivbestände, Glasplattennegative, Dias oder wertvolle Gemälde schonend scannen kann.

Qualitätssicherung

Nach der Digitalisierung werden die Bilddaten mittels professioneller Bildbearbeitungssoftware so nachbearbeitet, dass Farb- und Helligkeitsstufen, Kontrast und Schärfegrad dem Original möglichst nahe kommen. Getrennt aufgenommene Recto- und Verso-Seiten werden maschinell ineinander sortiert und als Master-Daten im TIFF-Datenformat für die spätere Nachnutzung und die Langzeitarchivierung abgespeichert. Für die Webpräsentation werden Bilddateien im JPG-Datenformat generiert.

Zur Kontrolle von Vollständigkeit und Qualität der Digitalisate werden die Bilddaten des gesamten Werks am Bildschirm überprüft.

Das Digitalisat wird mit seinen bibliographischen Metadaten verknüpft und die Buchstruktur wird abgebildet. Beides geschieht mit Hilfe des Workflow-Programms Kitodo, das die Arbeitsschritte des Produktionsprozesses durch automatisierte Abläufe unterstützt. Die Erfassung der Seitenzählung (Paginierung) ist für die spätere Nutzung zwingend erforderlich. Die Eingabe der Meta-Strukturdaten (Inhaltsverzeichnis, Kapitel- und Unterkapiteleinträge, Abbildungen usw.) erzeugt wissenschaftlichen Mehrwert.

Am Ende dieses Prozesses entsteht eine XML-Datei. Sie enthält die für die Navigation im abgebildeten Dokument erforderlichen Strukturdaten, d.h. die Abfolge der Seiten sowie die Verknüpfung des manuell erstellten Inhaltsverzeichnisses mit den einzelnen Images.

Jedes Werk wird mit einer Adressierung in Form einer persistenten URL (PURL) und eines Uniform Ressource Name (URN) versehen. Auch die einzelnen Seiten erhalten persistente URLs (PURLs). Die einzelnen Werke sind somit bis auf Seitenebene eindeutig und dauerhaft referenzier- und damit wissenschaftlich zitierbar. Die Metadaten können per OAI-Schnittstelle abgerufen werden und enthalten alle zur Nutzung durch den DFG-Viewer notwendigen Angaben.

Nutzung

Über unsere Internetpräsenz hat man weltweit freien Zugriff auf die Bestände unserer Digitalen Sammlungen. Zugriff bedeutet hierbei die freie Betrachtung einzelner Abbildungen, ganzer Bände und Objekte, geordnet nach den Sammlungen, denen die Originalwerke entstammen.

Betrachtung und Navigation innerhalb der Bildschirmpräsentation eines Werkes erfolgen mit selbsterklärenden Funktionen wie Blättern, Zoomen oder Kataloglink.

Die Bestellung von Digitalisaten in hochaufgelöster Qualität ist durch die Erteilung eines kostenpflichtigen Reproauftrags möglich. Nähere Informationen zu Angebot und Preisen finden Sie in unserem Produktkatalog. Für die Nachnutzung zu wissenschaftlichen und landeskundlichen Zwecken entstehen keine Kosten. Kommerzielle Nachnutzungen sind kostenpflichtig. Das Nähere regelt die Bibliotheksgebührenverordnung (BiblGebVO).

Dokumentenerbe digital

Für Einrichtungen des Landes Baden-Württemberg bieten wir folgende Dienstleistungen an:

Kostenlose Erstberatung öffentlicher Einrichtungen des Landes zu folgenden Themen:

  • Inhaltliche Beratung Digitalisierungsbedarf
  • Unterstützung bei der Bestandsanalyse
  • Beratung/Unterstützung bei der Vermeidung von Doppeldigitalisierungen
  • Technische Beratung bei der Geräteauswahl
  • Abstimmung von Standards für technische Verfahren
  • Standardisierung der Datenformate
  • Beratung bei der Anbindung an regionale, nationale und internationale Nachweis- und Präsentationssysteme (LEO-BW, DDB, Europeana)
  • Beratung bei der Auswahl von externen Dienstleistern
  • Unterstützung und Beratung bei Beantragung von Projektgeldern und Fördermitteln
  • Informationen zu Urheberrechtsfragen

Für öffentliche Einrichtungen des Landes bieten wir kostenpflichtige Digitalisierungen an:

  • von mittelalterlichen und neuzeitlichen Handschriften,
  • Großformaten (z.B. Karten, Grafiken, Noten) bis DIN A0,
  • Drucken des 15.–18. Jahrhunderts.

Auf Anfrage lassen wir Ihnen weitere Informationen zukommen.

Kontakt

Karten und Graphische Sammlungen Sammlungsleitung

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Deutsche Pharmazeutische Bibliothek

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